
Blomberg TOP: Herr Kern, Sie vertreten das Lipperland – mit zweijähriger Unterbrechung – bereits seit 2005 im Landtag in Düsseldorf. Was macht für Sie den Reiz Ihrer Arbeit aus?
Walter Kern: Für unsere Heimat Lippe im Landtag zu sitzen, ist eine ehrenvolle Aufgabe. Mir ist dabei wichtig, die Sorgen und Wünsche der Menschen hier vor Ort zu kennen und in meine Entscheidungen einfließen zu lassen. Darum bin ich viel unterwegs in meinem Wahlkreis, treffe die Menschen gerne zum persönlichen Gespräch und höre ihnen zu. Besonders freut mich, wenn es dann irgendwann gelingt, die guten Ideen aus all den Gesprächen umzusetzen.
Blomberg TOP: Können Sie uns ein Beispiel dafür nennen?
Walter Kern: Eine der schönsten Initiativen war die für mehr Toleranz gegenüber spielenden Kindern. Wenn Kinder auf dem Spielplatz toben, dann ist das für mich kein Krach, sondern Zukunftsmusik. Und dafür habe ich mich gegen viele Widerstände und recht beharrlich auf allen Ebenen stark gemacht. Mein Slogan war „Wir brauchen mehr Krachmacherstraßen“. Damit hat schließlich meine Idee zu einer Gesetzesänderung geführt, so dass Kinderlärm nicht mehr unter das Immissionsschutzgesetz fällt. Klagen gegen spielende Kinder in Kitas und auf Spielplätzen sind nun so gut wie ausgeschlossen. Das war ein wunderschöner Erfolg.
Blomberg TOP: Sind Sie in Düsseldorf nicht auch Mitglied im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend? Was steht da aktuell auf der Tagesordnung?
Walter Kern: Ja, das ist einer „meiner“ Ausschüsse und es geht um Kindergärten, Familienzentren, um offene und verbandliche Jugendarbeit und Beteiligung Jugendlicher an politischen Entscheidungen. Auf der Tagesordnung steht immer wieder die Finanzierung der Kindergärten. Es ist traurig, dass in rund sieben Jahren rot-grüner Verantwortung in NRW diese Frage nicht gelöst wurde, obwohl es eine Wahlzusage von Rot-Grün war. Betroffen macht mich auch, dass die Landesregierung immer wirbt: Kein Kind zurücklassen! Die Wahrheit ist: die Kinderarmut hat zugenommen in NRW. Das ist ein Skandal!
Blomberg TOP: Gab es ein Highlight in dieser Legislaturperiode, an das Sie sich besonders erinnern?
Walter Kern: Mehrere sogar! Das jüngste war die Bundespräsidentenwahl. Ich war als einziger lippischer Landtagsabgeordneter Mitglied der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt. Ich habe dem Lipper gerne meine Stimme gegeben und bin sicher, dass er ein guter Bundespräsident wird.
Blomberg TOP: Und weitere Highlights?
Walter Kern: Ich freue mich immer, wenn ich meinen CDU-Landtagskollegen den dritten Landesteil zeigen kann und lade sie gerne nach Lippe ein. So war die gesamte Fraktion mit Armin Laschet an der Spitze 2015 zur Klausurtagung in Detmold. Quasi mit Sichtkontakt zur Senne und zum Standort Augustdorf haben wir die Landesregierung aufgefordert, die Pläne für einen Nationalpark Senne aufzugeben. Die militärische Nutzung der Senne hat absoluten Vorrang.
Ein Highlight war auch die friedliche Demonstration tausender Jäger vorm Landtag. Auch lippische Waidmänner waren dabei und ließen ihre Jagdhörner erklingen. Das war ein tolles Engagement gegen das Misstrauen, das aus dem rot-grünen Jagdgesetz spricht. SPD und Grüne haben das Gesetz mit ihrer Mehrheit dann aber doch beschlossen.
Blomberg TOP: Sie haben verschiedene Sonderaufgaben innerhalb der CDU-Fraktion, zum Beispiel als Beauftragter für die Katholische Kirche. Was haben Sie da zu tun?
Walter Kern: Es ist wenig bewusst, welche wichtigen Aufgaben die katholische und evangelische Kirche in unserer Gesellschaft haben. Das reicht vom Kindergarten über Familienberatungsstellen, Bekenntnisschulen, Pflegeeinrichtungen bis zu Kliniken. Es gibt viele Schnittstellen zur Politik und bei gesetzlichen Veränderungen oft erheblichen Abstimmungsbedarf mit den Fachleuten. Hier bringe ich mich mit ein. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe.
Blomberg TOP: Sie waren auch Sprecher der CDU in der Enquetekommission zur Familienpolitik. Was ist eine Enquetekommission?
Walter Kern: Sie müssen sich das vorstellen wie eine Projektgruppe, die vom Parlament den Auftrag bekommt, – abseits vom Tagesgeschäft – bestimmte Aufgabenstellungen zu untersuchen, und an das Parlament dann Handlungsempfehlungen ausspricht. In der Familienkommission haben wir uns parteiübergreifend leiten lassen von den Fragen: Was nutzt der Familie? Wie können wir Familie in NRW lebbar machen? Auf meine Veranlassung haben wir uns z.B. für lokale Familienkonferenzen ausgesprochen, damit Familie auch vor Ort Vorfahrt hat und ihre Belange in allen Bereichen berücksichtigt werden, egal, ob es um Bebauungspläne oder Entscheidungen zum ÖPNV geht.
Blomberg TOP: Sie kandidieren am 14. Mai wieder für den Landtag?
Walter Kern: Ja. Die Arbeit ist interessant und ich setze mich gerne für die Region ein. Gerade weil ich viel Erfahrung einbringe, durfte ich in dieser Legislaturperiode auch wieder oft ans Rednerpult. Ich bitte die Blomberger Bürgerinnen und Bürger um ihre Stimme für mich. Ein wichtiges Ziel ist die Medizinische Fakultät für OWL und die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Auch in Sachen Familienunterstützung gibt es noch viel zu tun.
Blomberg TOP: Eine private Frage. Lässt sich Ihr Beruf auch mit Ihrer Familie gut vereinbaren?
Walter Kern: Natürlich ist mein Beruf zeitintensiv, aber das sind andere Berufe auch. Viele Menschen führen Wochenendehen. Und es gibt wie in jedem anderen Beruf auch mal freie Tage. Meine Frau unterstützt mich in meiner Arbeit und hält mir den Rücken frei. Dafür bin ich dankbar. Unsere zwei Kinder leben leider nicht mehr in Lippe. Das dritte Enkelkind ist unterwegs. Im Sommer ist es soweit. Darauf freuen wir uns sehr!
HINWEIS:
Walter Kern ist gerne im Dialog mit den Menschen. Die Sorgen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in seinem Wahlkreis, konstruktive Kritik und Anregungen interessieren ihn. Bitte schicken Sie ihm einfach eine E-Mail mit Ihrem Anliegen; Walter Kern wird Ihnen gerne antworten. Auf Internet-Plattformen wie zum Beispiel "abgeordnetenwatch" ist er nicht aktiv, weil er alle Fragen aus seinem Wahlkreis lieber im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern behandeln möchte. Bitte schicken Sie Ihre Mail an diese Adresse: walter.kern [at] landtag.nrw.de (walter.kern(at)landtag.nrw.de).
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